PostHeaderIcon JÜL - Jahrgangsübergreifendes Lernen

Die Abkürzung JÜL bedeutet "Jahrgangsübergreifendes Lernen".

Wir wissen, dass die Verwirrung unter den Eltern groß ist, niemand weiß mehr wirklich Bescheid, denn die Schulanfangsphase hat sich tatsächlich erheblich verändert. Viel war in den Zeitungen zu lesen von Reformen in der Berliner Grundschule.  Nichts ist mehr so wie es war, als Sie – die Eltern unserer Schulanfänger – zur Schule kamen.

„Nicht das Kind muss schulfähig sein, sondern die Schule muss den Schulanfang so gestalten, dass die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten aller Kinder ausgeschöpft und adäquat gefördert werden.“ So wird es von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung in der Konzeption für die flexible Schulanfangsphase gefordert.

Diese Schulanfangsphase können die Kinder in 1, 2 oder 3 Jahren durchlaufen - je nach individuellen Voraussetzungen und Lerntempo. Freundschaften bleíben erhalten und jeder kommt einmal in die Helferposition. Inzwischen haben 314 Grundschulen in Berlin jahrgangsgemischte Klassen in der Schulanfangsphase. Nur noch 53 Schulen organisieren die Schulanfangsphase weiterhin jahrgangsbezogen. Diese Schulen müssen jedoch Zielvereinbarungen treffen, um möglichst schnell ebenfalls jahrgangsgemischt zu unterrichten.

Die Hans-Fallada-Schule praktiziert das jahrgangsübergreifende Lernen seit 2007, weil wir davon überzeugt sind, dass dadurch allen Kindern eine umfassende Entwicklung ihres Wissens, Könnens und ihrer Persönlichkeit ermöglicht wird. Wir verfügen also inzwischen über einige Erfahrung mit dieser veränderten Lernform.

Anders als an einigen anderen Schulen, werden bei uns nicht nur die 1. und 2. Klasse zur jahrgangsgemischten Schulanfangsphase zusammengelegt, sondern die Klassen 1, 2 und 3.

Dieses Konzept war uns besonders wichtig, da bei einer Jahrgangsmischung von nur 1. und 2. Klasse in jedem Schuljahr die Hälfte aller Kinder die Klasse verlässt und die Klasse mit ebenso vielen „Neuen“  wieder aufgefüllt wird.

Bei unserer Konzeption verlässt jährlich nur ein Drittel der Kinder eine Klasse und ein Drittel kommt neu hinzu. In einer Mischung von nur zwei Jahrgängen gibt es schon nach zwei Jahren neue Räume, neues Unterrichtsmaterial und neue Lehrkräfte, das ist sehr viel Veränderung in kurzer Zeit. Mehr Konstanz bietet hingegen die Mischung aus drei Jahrgängen. Auch das Überspringen einer Klassenstufe und auch das Verweilen in einer Klassenstufe ohne einen Wechsel der bisherigen Bezugsgruppe wird den Kindern mit einer Mischung von drei Jahrgängen ermöglicht.

Kinder, die im November 2009 an der Hans-Fallada-Schule angemeldet werden, werden also nicht in eine 1. Klasse, sondern in eine von neun JÜL-Kassen kommen. Jede JÜL-Klasse umfasst etwa 21 Kinder, im Idealfall jeweils 7 Kinder aus der ersten, zweiten und dritten Klassenstufe.

Ein Kind bleibt normalerweise drei, manchmal aber auch nur zwei oder aber vier Jahre in seiner JÜL-Klasse. Leistungsstarke Kinder können problemlos den Stoff der höheren Klassenstufe ausprobieren und feststellen, ob sie diesen Stoff auch wirklich bewältigen. So ist ein "Überspringen"  möglich, ohne dass die Klasse gewechselt werden muss. Ebenso kann ein Kind ein viertes Jahr in seiner JÜL-Klasse bleiben, also sich den Stoff von drei Schuljahren in vier Schuljahren aneignen, ohne die Klasse verlassen zu müssen, es gibt also kein "Sitzenbleiben" mehr. Kein Kind ist mehr immer das leistungsstärkste, kein Kind ist immer das leistungsschwächste. Jedes Kind, auch ein leistungsschwaches, erlebt, dass es Lernfortschritte macht und schon mehr weiß als andere Kinder.Kein Kind muss sich mehr langweilen, weil es schon mehr weiß als andere Kinder in seiner Altersstufe. Die Lernmaterialien in einer JÜL-Klasse umfassen ein Angebot für mindestens 3 Jahrgänge. Dadurch gibt es mehr Auswahlmöglichkeiten. Das Lernangebot ist vielfältiger, interessanter und anspruchsvoller.

Wer sich noch genauer über das Jahrgangsübergreifende Lernen in der Berliner Schule informieren möchte, kann sich hier eine Handreichung der GEW-Berlin herunterladen.

Neugierig geworden?

Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich den alltäglichen Unterricht in einer JÜL-Klasse einmal selbst anzuschauen und sich selbst ein Urteil zu bilden. Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit uns: christa.jankowski(at)hans-fallada-schule(dot)de oder petra.engelhardt(at)hans-fallada-schule(dot)de.

 
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